Vereinschronik
Die Geschichte
des Vereins.
Unsere Geschichte begann mit neun leidenschaftlichen Anglern an der Krummen Lanke und einem Namen, der vom Welsbestand des Gewässers geprägt war.
Zur VereinsgeschichteIm Überblick
Stationen aus sieben Jahrzehnten.
Unsere Geschichte reicht von der Gründung im Jahr 1930 über prägende Veränderungen an den Gewässern bis zum Jubiläumsjahr 2000.
- Gründung des Anglerverein Wels
- Eintragung ins Vereinsregister
- Neuordnung von Satzung und Vorstand
- Bergungsaktion an der Krummen Lanke
- Gründung der ersten Jugendgruppe
- Pacht der Krummen Lanke und des Schlachtensees
- 70 Jahre Vereinsgeschichte
Die Anfänge
Ein Verein entsteht an der Krummen Lanke.
Am 5. April 1930 gründeten neun leidenschaftliche Angler unseren Verein.
Unser Name war schnell gefunden: „Anglerverein Wels“. Er bezog sich auf den Welsbestand in der Krummen Lanke, die von Beginn an unser Vereinsgewässer war. Damals gehörten wir zum Gau Berlin des Reichsverbandes Deutscher Sportfischer e.V. (R.D.S.F.) und hatten unseren Sitz in Berlin-Steglitz.
Nach dem Beschluss unserer Hauptversammlung vom 4. Januar 1935 wurden wir beim Amtsgericht Berlin-Wedding in das Vereinsregister eingetragen. Zwischen dem 2. September 1935 und dem 31. März 1948 pachteten wir außerdem den Döllgensee bei König-Wusterhausen. Nach Kriegsende konnten wir diese Pacht nicht fortführen, weil viele Vereinskameraden nicht zurückkehrten. Fortan konzentrierte sich unsere Angelei auf die Krumme Lanke.
Die Gründer
Die neun Sportkameraden von 1930
- Max Weiss
- 1. Vereinsführer
- Kurt Reich
- Stellvertreter
- Werner Schulz
- 1. Schriftführer
- E. Klümpel
- 2. Schriftführer
- Franz Klauke
- 1. Kassenwart
- Erich Viereck
- 2. Kassenwart
- Hermann Gempke
- Sportwart
- Udo Seidemann
- Gerätewart
- Walter Hoffmann
- Beisitzer
Neuordnung
1954: Satzung, Vorstand und ein neuer Eintrag.
Der Tod unseres ersten Vorsitzenden und Mitgründers Max Weiss am 7. Februar 1954 machte einen neuen Vorstand notwendig. Den Vorsitz übernahm Heinrich Progrzeba, Herbert Wienprecht wurde 2. Vorsitzender und Robert Franke Kassenwart.
Zugleich gaben wir uns eine neue Satzung. Hintergrund war unter anderem der Übergang der Eigentumsrechte an der Krummen Lanke von den Charlottenburger zu den Berliner Wasserwerken. Am 12. April 1954 wurden wir erneut beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingetragen.
Am 26. November 1954 wählten wir erneut: Werner Schulz wurde 1. Vorsitzender, Robert Franke 2. Vorsitzender und Herbert Wienprecht Kassenwart. Werner Schulz blieb bis Februar 1980 mit einer Unterbrechung von 1972 bis 1974 im Amt; in diesen Jahren führte Rudolf Friedack unseren Verein. Anton Bukowski war von März 1956 bis Februar 1980 unser 2. Vorsitzender.
Verbunden am Wasser
Hegefischen, Freundschaften und große Fänge.
Seit 1960 führten wir gemeinsam mit dem A.V. Spandau 1923 fortlaufend Hegefischen durch. Im Jahr 1966 übernahm der Angelverein Itzehoe eine Patenschaft für uns. Viele Vereinskameraden verbrachten im Kremper Moor ihren Urlaub und gingen dort angeln. Nachdem das dortige Anglerheim im Herbst 1977 durch Brandstiftung zerstört worden war, endeten diese guten Beziehungen leider.
Die beiden Aufnahmen zeigen einen 0,93 Meter langen und 8,10 Kilogramm schweren Hecht aus der Krummen Lanke sowie unseren Vorsitzenden Werner Schulz mit Alfons Hoffmann beim 40-jährigen Jubiläum des A.V. Spandau 1923 e.V.
Ein besonderes Ereignis
Die Bergungsaktion von 1971.
Im Herbst 1970 standen wir vor einer Suchaktion, die wohl einmalig war. Am 16. Februar 1971 begann an der Krummen Lanke die Bergung eines Lancaster-Bombers der englischen Luftwaffe.
Unser Auftrag: Öl- und Benzintanks sichern, Munition bergen und sterbliche Überreste der Crew finden.
Ein vollständiger Öltank und Bomben wurden nicht gefunden. Geborgen wurden Bordwaffen, Munition und die Erkennungsmarke eines Mitglieds der sechsköpfigen Fliegercrew, das die Maschine nicht mehr verlassen hatte.
Gewässer und Nachwuchs
Neue Aufgaben für Verein und Jugend.
Im Februar 1980 wählten wir Jürgen Krause zum 1. Vorsitzenden. Ein Jahr später nahm am Standort Beelitzhof der Berliner Wasserwerke eine Phosphat-Eliminierungsanlage den Betrieb auf. In unseren Vereinsgewässern wurde seit 1996 die Gewässergüteklasse 2 erreicht; die Sichttiefe betrug zum Teil fünf Meter. Zugleich mussten unsere Gewässer durch Einpumpen von Havelwasser künstlich gestützt werden.
Am 11. November 1982 begann eine neue Epoche: Karl-Heinz Warsinski und Wolfgang Berg riefen unsere Jugendgruppe ins Leben und betreuten zunächst fünf Jugendliche. Durch die Förderung des Vorstands rückte die Jugendgruppe stärker in den Mittelpunkt. 1999 zählte unsere Jugendgruppe bereits 27 Mitglieder.
Die Jugendleitung übernahmen Karl-Heinz Warsinski, Jürgen Klisch, Gerd Seelig und Dieter Grigutsch. Mitglieder unterstützten unsere Jugendwarte im Hintergrund. Nach der Wiedervereinigung nahmen wir außerdem Kontakt zu Angelvereinen in den neuen Bundesländern auf; diese Verbindungen bestanden auch zehn Jahre nach dem Mauerfall noch.
Zum Jubiläum
70 Jahre Geschichte — und der Blick nach vorn.
1998 formierte sich unser Vorstand neu: Nach zehn Jahren Amtszeit wurde Herbert Krieg als 1. Vorsitzender von Georg Topka abgelöst. Für die folgenden Jahre setzten wir uns das Ziel, ein Vereinsheim zu schaffen.
Am 8. Juni 1999 ehrten wir Franz Kleczewski für 65 Jahre Mitgliedschaft. Unser Vorstand würdigte zugleich die langjährige Mitgliedschaft von „Kirschenfranz“. Der anwesende Präsident des Verbandes Deutscher Sportfischer, Arno Wattrodt, überbrachte Glückwünsche.
Zum 70-jährigen Jubiläum blickten wir auf eine Geschichte voller Entwicklung und Veränderung zurück. Zugleich sahen wir die damaligen und künftigen Vorstände in der Verantwortung, unseren Verein weiterzuentwickeln und Neuerungen angemessen zu begegnen — verbunden mit dem Wunsch nach weiterhin schönen Veranstaltungen und Hegefischen.
Das Original
Die Jubiläumschronik von 2000
Thomas Bastian, Karl-Heinz Warsinski und Frank Albrecht stellten die vorliegende Fassung zusammen. Im Jahr 2000 dankten wir außerdem allen Mitwirkenden, die Informationen zu diesem Gesamtwerk beigetragen hatten.
Die im Original enthaltene Mitgliederliste des Jahres 2000 bleibt Teil des Archivdokuments.
Bis heute
Die Chronik endet. Der Verein nicht.
Die schriftliche Chronik auf dieser Seite stützt sich auf die Jubiläumschronik von 2000. Dort endet die dokumentierte Darstellung – nicht die Geschichte des AVW.
Der Verein ist auch heute aktiv. Die laufende Vereinsarbeit wird vom aktuellen Vorstand und den Mitgliedern getragen: an den Gewässern, bei Veranstaltungen und im täglichen Einsatz für den Verein.
So geht die Geschichte weiter – mit dem, was den AVW seit seiner Gründung verbindet: Angeln, Gewässer, Vereinsleben und Gemeinschaft.